Tamino und Pamina auf ihrem abenteuerlichen Weg des Erwachsenwerdens

Große Oper in zwei Aufzügen - Text von Emanuel Schikaneder - Musik von Wolfgang Amadeus Mozart

Sie zählt zu den bekanntesten und am häufigsten inszenierten Opern weltweit: Wolfgang Amadeus Mozarts ZAUBERFLÖTE führt die Aufführungsstatistiken der letzten Jahrzehnte als Spitzenreiter an. Der Dauererfolg beim Publikum ist leicht zu erklären: Welche Oper könnte „traumhafter“ sein als DIE ZAUBERFLÖTE? „Traum“ und „Traumdeutung“ stehen auch im Zentrum der Interpretation des Inszenierungsteams um Gastregisseur Gerd Heinz und die Ausstatterinnen Johanna Maria Burkhart und Yvonne Forster, die am 05. September 2009 am Gießener Stadttheater Premiere feiert.

Darin beginnt für den Prinzen Tamino tatsächlich alles mit einem Traum. Dieser ist allerdings recht abenteuerlicher Natur: Mit Hilfe seines Gefährten Papageno und einer Zauberflöte gilt es, wilde Tiere zu bezwingen, dem sadistischen Sklaven Monostatos zu trotzen, dem Blendwerk der sternflammenden Königin und ihrer drei Damen zu widerstehen und Prüfungen in Feuer und Wasser zu ertragen. Nur so kann der Weisheitstempel Sarastros zu erobert und Pamina gewonnen werden… Doch für den Prinzen lohnt sich jedes Wagnis, denn alles endet „traumhaft“ schön – mit dem Sieg der Liebe.

Der Traum wird häufig als Ausgangspunkt von Entwicklungs- und Reifeprozessen begriffen.  Erwachsen werden, Mensch werden, um diese Schlüsselbegriffe herum gestaltet sich auch die Gießener Inszenierung, die die Zuschauer dazu einlädt, Tamino und Pamina auf ihrem abenteuerlichen Weg des Erwachsenwerdens zu begleiten.

Neben den Ensemblemitgliedern des Stadttheater Gießen sind auch diesmal wieder zahlreiche Gäste mit von der Partie, so zum Beispiel als antagonistisches Paar Königin der Nacht / Sarastro Antje Bitterlich und Christoph Stegemann, die in der vergangenen Saison als Gilda und Sparafucile in Verdis RIGOLETTO reüssieren konnten. Ein Wiedersehen gibt es zudem mit dem Tenor Ralf Simon, der erst kürzlich mit großem Erfolg die Titelrolle in Haydns ORLANDO PALADINO gesungen hat. Die musikalische Leitung der Interpretation liegt bei Generalmusikdirektor Carlos Spierer.

DIE ZAUBERFLÖTE
Große Oper in zwei Aufzügen - Text von Emanuel Schikaneder
Musik von Wolfgang Amadeus Mozart
Musikalische Leitung: Carlos Spierer - Inszenierung: Gerd Heinz - Bühne: Johanna Maria Burkhart - Kostüme: Yvonne Forster - Mit: Antje Bitterlich/Diana Tomsche (Königin der Nacht), Henrietta Hugenholtz (2. Dame), Carla Maffioletti (Papagena), Petra van der Mieden (1. Dame), Odilia Vandercruysse (Pamina), Anne Catherine Wagner (3. Dame); Stephan Bootz (1. Priester / 2. Geharnischter), Alexander Herzog (2. Priester / 1. Geharnischter), Matthias Ludwig (Papageno), August Schram (Monostatos), Ralf Simon (Tamino), Christoph Stegemann (Sarastro), Tomi Wendt (Sprecher) u.a.
Philharmonisches Orchester Gießen
Chor- und Extrachor des Stadttheater Gießen
Solisten des Kinder- und Jugendchores Gießen
Jugendclub Tanz des Stadttheater Gießen

Premiere: 5. September 2009 - 19.30 Uhr - Großes Haus
weitere Vorstellungen: 12., 17. und 27. September, 04. und 08. Oktober - jeweils 19.30 Uhr - Großes Haus

Biografische Informationen:

Gerd Heinz (Regie) studierte zunächst Germanistik und Philosophie, bevor er als Schauspieler und Regisseur an den Theatern Aachen, Essen und Bochum sowie am Hamburgischen Schauspielhaus engagiert war. Von 1970 bis 1973 war er als Schauspieldirektor am Staatstheater Darmstadt verpflichtet. Seitdem ist er als freischaffender Regisseur tätig und inszenierte zahlreiche Stücke, vorwiegend am Thalia Theater Hamburg bei Boy Gobert, am Burgtheater Wien, bei den Hersfelder Festspielen und am Schauspielhaus Zürich, aber auch in Hannover, Darmstadt, Düsseldorf und München. Neben dem Schauspiel galt sein Interesse auch stets dem Film und der Oper. So war er von 1993 bis 1997 leitender Regisseur des Musiktheaters Freiburg und Mitglied der dortigen Operndirektion. Operninszenierungen führten ihn an bedeutende Häuser wie das Residenztheater München, Stadttheater Bern, die Dresdner Semperoper und das Teatro Real in Madrid. Dem Gießener Publikum ist er aus der Spielzeit 2007/08 durch seine Inszenierung von EMMA UND EGINHARD bekannt.

Johanna Maria Burkhart (Bühne) wurde in Bern geboren und arbeitete nach ihrer Ausbildung zur Grafikerin als Bühnenbildassistentin und Bühnenbildnerin am Stadttheater Bern. Sie hat beim Maggio Fiorentino für Die Entführung aus dem Serail assistiert und für Peter Brook die künstlerische Betreuung des Bühnenbilds von Glückliche Tage auf der Welttournee übernommen. Seit 2002 arbeitet Johanna Maria Burkhart freischaffend u. a. am Theater Ulm, am Staatstheater Braunschweig, am Schauspielhaus Salzburg, in Freiburg mit Gerd Heinz, an den Vereinigten Bühnen Bozen, und in Flensburg. Für den Theatersommer Netzeband entwarf und baute sie Masken für die Freilichtproduktionen Macbeth und Die Nibelungen. Zuletzt entwarf sie die Bühne für Klaus Hemmerles musikalisch-theatralisches Projekt Walking Down Abbey Road am Theater Lübeck. In den vergangenen Spielzeit zeichnete Johanna Maria Burkhart am Stadttheater Gießen für die Bühne der Telemann-Oper Emma UND EGINHARD sowie des Schauspiels DER TOLLE TAG verantwortlich.

Yvonne Forster (Kostüm) Jahrgang 1970, studierte Modedesign in Stuttgart und arbeitete anschließend vier Jahre als Kostümassistentin am Theater Freiburg, für das sie auch zahlreiche Produktionen ausstattete. Seit 1999 arbeitet sie in Deutschland und der Schweiz als freischaffende Kostümbildnerin für Oper, Schauspiel und Tanztheater wie auch für Film u. a. für die Staatsoper Hannover, das Nationaltheater Mannheim, das Schauspielhaus Zürich, für die Rathausspiele Konstanz, die Freilichtspiele Emmendingen sowie für die Theater in Heidelberg, Bielefeld und Konstanz.

Zuletzt entwarf sie die Kostüme für das musikalisch-theatralische Projekt Walking Down Abbey Road am Theater Lübeck und die Oper Die Italienerin in Algier von Rossini am Theater Dortmund. Am Stadttheater Gießen zeichnete Yvonne Forster bereits für die Oper EMMA UND EGINHARD sowie DER TOLLE TAG verantwortlich.

Geboren 1963 in Stockholm und aufgewachsen in Berlin begann Carlos Spierer (Musikalische Leitung) im Alter von sechs Jahren Geige und Klavier zu spielen. Zunächst studierte er Violine bei Fredell Lack an der Universität Houston, Texas, von 1984 bis 1990 Dirigieren bei Klauspeter Seibel an der Hochschule für Musik in Hamburg. Parallel dazu besuchte er Meisterklassen bei Franco Ferrera in Italien, Ferdinand Leitner in Österreich und Leonard Bernstein beim Musikfestival Schleswig Holstein, bei dessen Dirigierwettbewerb er den 1. Preis gewann.

Sein erstes Festengagement führte ihn von 1990 bis 1995 als Kapellmeister, Solorepetitor und Assistent des GMD an das Opernhaus Kiel. 1997 wurde er zum Künstlerischen und Musikalischen Direktor des Gävle Symphony Orchesters nach Schweden berufen, mit dem er 1999 eine sehr erfolgreiche Tour durch Holland machte. Das letzte Konzert der Tour in der Concertgebouw in Amsterdam erschien als CD bei Verdi Records. Weitere Engagements als Operndirigent für Konzerte und auch Aufführungen führten ihn mit DON GIOVANNI und LA BOHÉME an die Oper Frankfurt/Main, zum Texas Music Festival/Houston, nach Tampere/Finnland, nach Caracas, zum Royal Stockholm Philharmonic Orchestra und an die Stockholm Sinfonietta, an die Oper San Francisco als associate conductor von Sir Charles Mackerras und dessen Neuproduktion von DER ROSENKAVALIER, mit FIDELIO an die Komische Oper Berlin, an die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen, ans Warschauer Philharmonische Orchester, an die Oper Tallin und zum Orquesta Sinfónica de Minería nach Mexico Citiy. In der Zeit von 2002 bis 2005 war Carlos Spierer als Musikdirektor des Orquesta Sinfónica de Minería in Mexico City tätig und ist seit Anfang der Spielzeit 2003/2004 Generalmusikdirektor des Stadttheaters Giessen.

Zudem hat Carlos Spierer mit zahlreichen namhaften Orchestern zusammengearbeitet, wie dem Radio Sinfoniorchester Frankfurt, der Bremer Philharmonie, der Philharmonie Essen, dem Brüsseler Radio Orchester, dem Louisina Symhonic Orchestra in New Orleans, dem Orquesta Filharmónica de Buenos Aire, dem Symphonischen Orchestern von Aarhus, Odense und Aalborg in Dänemark und dem Osloer Radio Orchester. In den Jahren 2008 und 2009 führten ihn Engagements unter anderem zum Frankfurter Radio Orchester, dem Saaremmaa Festival in Estonia, nach Italien zur italienischen Premiere von Pierangelos Valtinoni’s Kinderoper PINOCCHIO, an die Staatsoper Karlsruhe, die NHK Tokyo und ans Orquesta Sinfonica de Minería nach Mexico City.

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